Archiv der Kategorie ‘Erfahrungsberichte‘

Der Umstieg (3) – Tschaka, du schaffst es!

Montag, den 29. Oktober 2007

Widmen wir uns heute dem letzten Teil der Trilogie. Diesmal geht es um die Hindernisse auf dem steinigen Pfad des Umstiegs sowie um Tipps und Tricks, diese Hindernisse zu umgehen oder sogar aus dem Weg zu räumen. Ich hätte den Titel des Themas auch wie folgt formulieren können: “Wie man den Umstieg konsequent durchzieht.” In Anbetracht der Hürden, die sich dem Umsteiger mit demotivierenden Auswirkungen in den Weg stellen können, hielt ich eine aufbauende Überschrift für besser geeignet. ;)

Kopfsache
Im Grunde ist der Umstieg keine Sache technischen Verständnisses. Es geht um elementarere Dinge als KnowHow (das hat man als Einsteiger ohnehin nicht). Im Kern kommt alles nur darauf an, wie man mit dem Kopf zum Umstieg steht. Ist man nicht wirklich überzeugt von dem, was man tut oder ist man in gewissen Belangen etwas zu bequem, so wird man schnell rückfällig und stürzt sich wieder auf sein zuvor genutztes Betriebssystem.

Und so kam es, wie es kommen musste…
Bei meinem ersten Versuch, auf Linux umzusteigen, war ich einfach zu bequem. Es fehlte mir an Durchsetzungskraft und Konsequenz, Probleme zu lösen, die ich noch hatte. Unter openSUSE hatte ich seinerzeit einige Schwierigkeiten mit meiner Hardwarekonstellation und der installierten Software (siehe auch Teil 2 der Serie). Darüber hinaus war ich für den Umstieg nicht mal genügend vorbereitet, wie ich später heraus fand.

Mein zweiter Versuch verlief trotz ausreichender Vorbereitung auch nicht viel besser. Es scheiterte wieder an fehlender Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit. Möglicherweise lag es daran, dass ich im Kopf noch nicht ganz bereit dafür war.
Möglicherweise lag es aber auch daran, dass ich meinen zweiten Umstiegsversuch in einer Zeit startete, in der ich recht viel um die Ohren hatte. Es war kurz nach dem Beginn meines Informatik-Studiums, als ich Kubuntu installierte. Ich denke, ich war noch von zu vielen Eindrücken des Studiums abgelenkt, als dass ich mich mit dem für mich neuen System näher auseinander setzen wollte. Und so wechselte ich schon bei Kleinigkeiten wieder zu Windows zurück, weil ich bislang noch keine Ausdauer fand, unter Linux bestimmte Einstellungen vorzunehmen, die in meiner Windowsinstallation schon längst erledigt waren.

Halte durch, tapferer Indianer.
Was man hier benötigt, ist eine gehörige Portion Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen. Letzteres kann man durch eine stetige Motivation erlangen und immer wieder auffrischen. Für solche Motivationsschübe widerum gibt es einige Tipps und Tricks, die sich mir bis dahin offensichtlich noch nicht erschlossen haben.

“I’ll be back!”
Ohne weiter über fehlende Motivation nachzudenken und lieber mein Studium zu verfolgen, legte ich den Umstieg auf Eis. Aber das Thema Linux ließ sich noch nicht so recht verdrängen aus meinem Kopf. Regelmäßig las ich den Einsteiger-Blog, obwohl ich ja bis dato gar kein Linuxuser war. Der Pinguin kam eben wiederholend in mein Gedächtnis zurück, um von dort aus auf meinen PC zu gelangen.

Auf dem rechten Pfad
Also beschloss ich Anfang/Mitte Oktober, einen weiteren Versuch zu wagen. Am 15.10.2007 installierte ich auf meinem Rechner Fedora (der Tag wird nun im Kalender festgehalten). Diesmal allerdings habe ich eine Reihe wichtiger Punkte beachtet, die mir erst bei diesem dritten Versuch klar wurden, gemäß dem Motto “alle guten Dinge sind drei”.

Ratschläge: So bleibst du am Ball
Ohne nun weiter großartig auszuholen und einen vom Pferd zu erzählen, komme ich zum Abschluss. Folgende Punkte habe ich diesmal bei meinem Umstieg beachtet (beruhend auf den Erfahrungen meiner ersten beiden Umstiegsversuche):

  • Plane deinen Umstieg in einer ruhigen und stressfreien Zeit. (Stress veranlasst dich, den Weg des geringeren Widerstands zu gehen. Du würdest kaum bei Linux bleiben, wenn du viel um die Ohren hast.)
  • ganz wichtig: Mache dein Vorhaben publik. Erzähle Freunden und Bekannten vom Umstieg. (Ein Rückfall lässt an deiner Glaubwürdigkeit zweifeln, das willst du doch nicht. Das motiviert demnach ungemein.)
  • Stelle bei einer Parallelinstallation von Linux neben Windows den Bootloader (z.B. GRUB) so ein, dass Linux als Standard gestartet wird. (Anderenfalls musst du Linux aktiv auswählen. Das geht nicht lange gut, die Bequemlichkeit siegt. Da sprechen gewisse Erfahrungswerte aus mir.)
  • Gehe den Umstieg ruhig an. (Dass von Anfang an nicht alles so läuft, wie man es wünscht, ist klar.) Überstürze also nichts und mache eine Checkliste mit ToDo’s/Tasks/Wünschen an das Linuxsystem.
  • Priorisiere die Punkte auf der Checkliste. Markiere jene Aufgaben, die du zuerst erledigt haben möchtest. (Mir war bspw. die Kommunikation (Mailprogramm, Chat, etc.) und das Hören von Musik wichtiger als Officesoftware.)
  • Gegebenenfalls solltest du unten anfangen mit deinem System. Soll heißen, deinstalliere alles Mögliche an Software, die für die Lauffähigkeit des Systems und der grafischen Oberfläche nicht notwendig sind. Erst dann installiere alles einzeln nach, was du benötigst. (Dadurch wirst du dein System später besser leiden können. Ich mag mein System jedenfalls nicht, wenn da nur “Schrott” drauf ist. Ich hab es lieber aufgeräumt.)

Weitere Ratschläge zur Fragestellung “Wie vermeide ich den Rückfall?” nehme ich gerne und dankend an.

Ende…?
Vielleicht ist an dieser Stelle noch ein Schlusssatz zum dritten und letzten Teil der Serie “Der Umstieg” angemessen. Allerdings hat solch ein Schlusssatz immer soetwas Endgültiges und Unwiderrufliches an sich.
Der Umstieg ist aber nun mal ein Vorgang, dessen Ende nicht leicht zu bestimmen ist. Es lässt sich nicht einfach ein Zeitpunkt finden, an dem gesagt werden kann, man sei “fertig” mit dem Wechsel von Windows zu Linux. Um dies auch in diesem Beitrag zu verdeutlichen, verzichte ich auf eine abschließende Formulierung, die sozusagen einen Punkt setzt.

Viel lieber lasse ich ein offenes Ende, in der Literatur- und Fernsehwelt nennt man das übrigens Cliffhanger. Ich setze statt nur einem lieber gleich drei Punkte… ;)

Der Umstieg (2) – Und wohin soll’s gehen?

Mittwoch, den 24. Oktober 2007

Beginnen wir nun im zweiten Teil, uns mit einer nicht unwichtigen Aufgabe auseinander zu setzen – wie lässt sich eine Linuxdistribution finden, welche uns nach dem Umstieg täglich konfrontieren und dabei trotzdem noch gefallen soll?

Eine Sache noch vorweg: Ich werde niemandem die Distribution empfehlen können. Die Distributionsvielfalt ist einfach zu riesig und die persönlichen Vorlieben sowie die Einsatzgebiete der verschiedenen Systeme sind zu unterschiedlich, als dass ich diesbetreffend eine verbindliche Aussage machen könnte. Die Entscheidung für eine geeignete Distribution muss also jeder für sich treffen. Dennoch werde ich einige Hinweise geben und eigene Erfahrungen schildern, die zumindest mir bei der Auswahl meiner aktuellen Linuxdistri helfen konnten.

Hörensagen
Als kompletter “Linux-Noob” weiß man nicht, was man von all den Distributionen halten soll, geschweige denn, welche man überhaupt nehmen soll. So erging es auch mir, als ich vor über einem Jahr den ersten Versuch wagte, von Windows auf Linux umzusteigen. Nur vom “Hörensagen” kannte ich die eine oder andere Distribution. SUSE, Knoppix und Ubuntu waren mir Begriffe, die ich noch halbwegs einordnen konnte, sie wurden auch in diversen Onlinemagazinen (sogar auf spiegel.de in der Rubrik “Netzwelt”) oft gelobt. Bei anderen Distributionen wurde es dann spärlich mit meinem Wissen. Mir war zwar bekannt, dass Debian und Red Hat irgendwelche Distris sind, aber das war es auch schon. Welche anderen Namen ich bis dahin kannte und als Distribution identifizieren konnte, vermag ich heute nicht mehr zu reproduzieren (es sind mittlerweile einige Namen in meinem Gedächtnis dazu gekommen ;) ).

So weit, so gut
Von SUSE wusste ich, dass es als einsteigerfreundlich gilt, von Ubuntu, dass es von irgendeinem Millionär finanziert wurde und ebenso einfach bedienbar sein soll, von Knoppix, dass es gut für System- und Dateirettung geeignet war, weil es darauf spezialisiert ist, als Live-CD zu funktioneren.
Da ich als totaler Neuling im Linuxbereich kein Risiko eingehen wollte, ließ ich alles, was ich nicht kannte, links liegen und entschied mich für SUSE, genauer gesagt für openSUSE, der kostenfreien Variante.

openSUSE
Zunächst installierte ich mir also openSUSE in der Version 10.1. Bei der Desktopumgebung (Desktop Environment) fiel die Wahl auf KDE, weil es sehr windowsähnlich ist und ich mir erhoffte, dadurch mehr Vertrautheit mit dem System zu gewinnen. SUSE gilt, wie schon erwähnt, als sehr einsteigerfreundlich (insbesondere mit KDE) und stabil. Die Distri enthält von Haus aus viele Programme für den täglichen Bedarf und darüber hinaus auch viele andere Programme. Eigentlich wünscht man sich kaum mehr als das: einfach in der Handhabung, sofort lauffähig und sehr stabil, großer Funktionsumfang durch viele Programme in der Standardinstallation. Die genannten Punkte sind also eindeutig den “Pro’s” einzuordnen.
Leider musste Linux meiner Bequemlichkeit wegen wieder weichen – ich blieb vorerst bei Windows. Denn… Nein, eine weitere Kommentierung werde ich noch nicht machen, ich komme gleich darauf zurück.

Kubuntu
Im Frühling dieses Jahres versuchte ich es erneut. Diesmal musste Kubuntu in der Version 7.04 herhalten. Ubuntu mit der Desktopumgebung Gnome testete ich zuvor kurz einmal aus, aber KDE hat für einen eingefleischten Windowsbenutzer wie mich schlicht den Vorteil, etwas vertrauter zu wirken, deshalb installierte ich das “Ubuntu mit K”. ;)
Im Grunde hat Kubuntu die gleichen Eigenschaften wie openSUSE. Und so konnte sich auch Kubuntu bei mir nicht durchsetzen. Windows blieb abermals das Betriebssystem meiner Wahl.
(Liebe SUSE- und Kubuntu-Liebhaber, verzeiht mir bitte diese Bemerkung der “Gleichheit” der beiden Distris. Es ist nun mal nicht von der Hand zu weisen, dass in den Grundzügen eine unverkennbare Ähnlichkeit besteht. Für Anfänger machen die beiden Distris nunmal kaum einen Unterschied. …Natürlich sind wir uns alle im Klaren, dass es für den Kenner ganz bestimmt wesentliche Unterschiede gibt. :D )

Was gefiel mir nicht?
Die beiden Distributionen weisen sich aus durch eine prima Hardwareerkennung, das System ist nach der Installation sofort einsatzbereit, die Programmauswahl lässt keine Wünsche offen, die Bedienung ist wegen der Ähnlichkeiten zu Windows recht einfach und intuitiv, alles läuft auf Anhieb… Moment, wirklich alles?

Hardware
Ich hatte sowohl unter openSUSE als auch unter Kubuntu Probleme mit meinen beiden Monitoren, die auch noch unterschiedlicher Größe und Auflösung sind. Der Xinerama-Modus, welcher den Desktop auf beide Bildschirme verteilen kann, wollte nicht ganz so, wie ich es wollte. (Details erspare ich mir jetzt.)
Des Weiteren wollten meine Bluetooth-Eingabegeräte (Maus und Tastatur von Microsoft) nicht immer erkannt werden. Wenn doch, dann funtkionierte das Mausrad nicht, von den Daumentasten brauche ich gar nicht erst anfangen und die Multimedia- und Sonderfunktionstasten auf meiner Tastatur verhielten sich analog den Daumentasten meiner Maus.

Software
Da war noch etwas, was mich gewaltig störte: Die beiden Linuxdistributionen openSUSE und (K)Ubuntu sind mit einer großen Auswahl an Software ausgestattet. Gut? Für manch einen schon, für mich nicht. Ich befand beide Distris für völlig überladen. Ich wollte nicht so viel Zeug auf meinem Rechner haben, von dem ich gerademal einen Bruchteil nutze. Darüber hinaus waren meine Lieblinge von Mozilla nicht immer die Standardsoftware für den Browser und den EMailclient und manchmal (so hatte ich den Eindruch) waren für einen einzigen Zweck gleich mehrere Tools installiert. Alles nicht in meinem Interesse. Ich wollte ein schlankes System, voll funktionstüchtig, aber eben ohne diesen überflüssigen Overhead.
Klar, das hätte man mit den Un-/Install-Tools auch ändern können. Jedoch sind diese Tools für einen Linuxneuling nicht ganz koscher. Insbesondere die Auflösung von Abhängigkeiten zu anderen Programmbibliotheken ist gewöhnungsbedürftig. Solange man das noch nicht durchblickt, deinstalliert man die nicht gewünschte Software nur ungern.

Desktop Environment
Im Nachhinein (das war mir damals wahrscheinlich noch nicht bewusst) kann ich auch sagen, dass mir die Desktopumgebung KDE gar nicht gefiel. Ich verließ mich vorwiegend auf die Meinung anderer (Zeitschriften und Internetartikel), was die grafische Oberfläche anging. Schließlich ist KDE ja total windowsähnlich und demnach intuitiv für Windowsbenutzer. Heute kann ich sagen, dass mir persönlich die Gnome-Oberfläche sehr viel besser gefällt. Ich halte sie insgesamt für etwas aufgeräumter, insbesondere trifft dieser Eindruck auf das Programmmenü zu, unter Windows formerly known as Startmenü. Kurzum: Gnome find ich einfach gut. :)

Bevor ich alles schlecht rede…
…möchte ich betonen, dass die Konfiguration der Oberfläche unter KDE wirklich sehr leicht vorgenommen werden kann. Die Einstellungsmöglichkeiten sind wirklich erstklassig.
Das soll widerum nicht heißen, dass Gnome sich schlecht konfigurieren lässt. Worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Ohne sich in Konkurrenz stehende Desktopumgebungen anzusehen, kann man einfach kein Urteil fällen. Man muss einfach beide mal gesehen und ausprobiert haben. Ergo lautet unser Merksatz an dieser Stelle: Probieren geht über studieren.

Und die Distris?
Auch hier trifft der letzte Merksatz zu. Das Wichtigste bei der Entscheidung für eine Linuxdistribution ist die Erfahrung, mit einer, zwei oder gar mehr Alternativen mal gearbeitet zu haben. Nur so erhält man genügend Vergleichsmöglichkeiten.

Ausprobieren? – Aber es gibt so viele.
Ja, es gibt sehr viele Distributionen. Es lassen sich unmöglich alle von ihnen testen, das ist vollkommen richtig. Deshalb kann man sich besipielsweise in der Wikpedia von einem Distri-Vergleich etwas inspirieren lassen. Auch der dort weiterführende Link zu Distrowatch kann bei einer Eingrenzung auf zumindest zwei oder drei Linuxdistris unterstützen.

Fedora
Mir waren die beiden Links zur Wikipedia und Distrowatch eine große Hilfe. Und mir halfen natürlich die Erfahrungen der ersten beiden Umstiegsversuche. Und so entschied ich mich, fortan mit Fedora in der aktuellen Version 7 zu arbeiten. Was die Desktopumgebung betrifft, wollte ich eigentlich nur mal eben austesten, ob ich mit Gnome schlechter zurechtkomme als mit KDE. Und siehe da, ich komme sogar besser damit zurecht. Sogar mein oben erwähntes Monitorproblem bereitet mir nun keine Sorgen mehr. Zwar wurden meine Bluetoothgeräte nicht gleich erkannt (ganz im Gegensatz zum dazugehörigen Bluetooth-USB-Stick), aber das ließ sich sehr leicht beheben.
Insgesamt bin ich von Fedora begeistert und kann jedem die unverbindliche Empfehlung geben, Fedora wenigstens einmal auszuprobieren. :D

Fazit
Wie im ersten Teil der Reihe “Der Umstieg” ziehe ich wieder als Resümee, dass alles hier Geschriebene auch in wenigen Worten hätte zusammengefasst werden können, was ich hiermit auch tue:

  • Es gibt viel zu viele Linuxdistributionen auf dieser Welt.
  • Es gibt nicht die geeignete Distribution für jeden.
  • Folglich muss individuell recht diffizil verglichen werden.
  • Eine Vorauswahl ist möglich, ohne die Distris selbst zu testen.
  • Internetseiten können dabei helfen (für Links siehe oben).
  • Nach getroffender Vorauswahl hilft nur noch eins: Ausprobieren.
  • Selbiges gilt für die Desktop Environment.

Abschließend möchte ich noch kommentarlos folgenden Link offerieren, welcher eine chronologische Übersicht der gängigen Linuxdistributionen verschafft: Linux distro timeline

Der Umstieg (1) – Vorbereitung

Sonntag, den 21. Oktober 2007

Wovon handelt dieser Beitrag?
Dies ist der erste von drei Teilen einer Serie mit dem Titel “Der Umstieg”. Ich werde hier einige allgemeine Informationen, Erfahrungen und Ratschläge zum Thema Umstieg auf ein Linux-Betriebssystem geben. Ich selbst bin (ich würde sagen: erfahrener) Windowsbenutzer mit dem fragwürdigen Ziel, mich von diesem System, mit welchem ich seit Jahren arbeite und welches ich wie meine Hosentasche kenne, loszureißen. Wie man soetwas vorbereitet, soll dieser Teil klären.

Informationen sammeln
Im Vorfeld eines Umstiegs sollte man sich stets ausgiebig über Linux oder auch andere Windows-Alternativen informieren. Das sollte jeder für sich tun, Quellen hierzu gibt es im Internet wie Sand am Meer (der Suchbegriff “windows alternative” z.B. offeriert in der Suchmaschine deiner Wahl wahre Suchergebnis-Explosionen). Wenn man sich ausreichend informiert hat, sollte man sich mit der Frage auseinander setzen, ob man wirklich noch den Wunsch hegt, umzusteigen. Denn das ist ein hartes Brot.

Das Leben ist kein Ponyhof – der Umstieg auch nicht.
Wer glaubt, der Umstieg von Windows auf GNU/Linux sei eine Sache von wenigen Tagen oder gar Stunden, dem sei hiermit bestätigt, er betritt einen Irrweg. Betrachtet man den Umstieg auf ein Linux-Betriebssystem lediglich als Installation (irgend)einer Distribution und dem ersten Login, so mag er vielleicht sogar Recht behalten, aber so einfach ist es nunmal nicht.

Dieser ominöse Umstieg ist in meinen Augen viel eher als längerer Vorgang zu sehen, der vom Sammeln erster Informationen über Linux und dem Ergreifen vorbereitender Maßnahmen bishin zur Installation und der Eingwöhnung in den täglichen Gebrauch von Linux reicht. So dauert solch ein Umstieg dann doch mal ein oder zwei Tage mehr. Oder besser einige Wochen und Monate mehr.

Was einen an der “ich-ziehe-das-heute-einfach-durch”-Methode hindert
Es ist nicht das Betriebsystem als Ganzes mit seinen Konsolenbefehlen und der irgendwie anders aussehenden grafischen Oberfläche, mit der man später möglicherweise nicht zurecht kommt. Der Teufel liegt -wie immer- im Detail. Was einem zu schaffen macht, sind nämlich die Programme, die man unter seinem früher genutzten Betriebssystem immer nutzte und die plötzlich unter Linux fehlen.

Deshalb ist es ratsam, frühzeitig auf andere Programme umzusatteln. Für viele Windowsprogramme gibt es gleichartige systemunabhängige Programme, die also für Windows wie auch für Linux zur Verfügung stehen und auf beiden Systemen problemlos laufen. Sie sind oft kostenlos erhältlich und keineswegs schlechter als die “reinen” Windowsprogramme, manchmal sogar noch besser. Als Beispiel möchte ich die OpenSource-Vorzeige-Applikation OpenOffice.org anführen. Sie kann all das, was Microsoft Office auch kann und sogar noch mehr… (Diese Behauptung lasse ich jetzt einfach mal so stehen. Eine Diskussion über den Funktionsumfang und die Qualität von OpenOffice möchte ich hier nicht thematisieren, da ich dann vom eigentlichen Thema abschweifen würde.)
Weitere Beipiele für systemunabhängige Programme sind die Produkte der Mozilla Foundation.

Zur Umgewöhnung auf Linux sollte man sich also schon mal unter Windows jene Programme installieren und (regelmäßig!) nutzen, die man später auch unter Linux nutzen möchte, um sich vorab mit ihnen vertraut machen zu können. Das macht den Umstieg sehr viel leichter, da man sich nicht mehr um die Programme unter Linux, sondern nur noch um Linux kümmern braucht.

Gemeinsame Datenquelle für parallele Systeme
Ferner ist es in der ersten Zeit hilfreich, sein Windowssystem nicht komplett zu “kicken”. Geeignet ist hier der Parallelbetrieb zweier Systeme, der es ermöglicht, auch mal auf Windows zurückzugreifen, wenn es mal Probleme unter Linux gibt, für die man Windows heranziehen muss. Als Beispiel sei hier mal das Spielen von (oft kommerziellen) Computerspielen genannt, diese sind häufig (vorerst) nur für Windows erhältlich. Da kann man getrost sein Linuxsystem herunterfahren und seinen Rechner mit Windows neustarten.
Empfehlenswert bei einem solchen Parallelbetrieb ist es, seine Daten so abzulegen, dass sie (sofern gewünscht) von beiden Systemen gelesen und geschrieben werden können. Hierfür erstellt man am besten eine extra Festplattenpartition für die Daten und formatiert sie im FAT32-Format. Idealerweise habe ich beispielsweise eine externe Festplatte mit FAT-Partitionen, auf der ich unter Anderem Musikdateien lagere. Auf diese Daten kann ich nun sowohl unter Linux als auch unter Windows zugreifen.
Achtung: Im Zweifelsfall solltet ihr im Vorhinein der Partitionierung auf jeden Fall ein Backup eurer Daten machen!

Zu guter Letzt
Jetzt ist eigentlich nur noch ein Ratschlag von mir ungenannt, das werde ich sofort ändern: Stell dich darauf ein, viel zu suchen, viel zu lesen, viel zu lernen. Fang schon mal an, dich in die Matierie der Linuxbedienung einzulesen. Die Shell (Konsole) wird zwar vergleichsweise nicht oft benötigt, einige Grundkenntnisse darüber sollte man aber schon haben. Auch der sonstige Umgang mit Linux will gelernt sein. Behilflich sind dir dabei diverse Tutorials zu Linux, derer es schier unendlich gibt in den Weiten des Internets, wie zum Beispiel im Rutabagaland oder das Einsteigertutorial von 321soft.de.

Große Worte, kleiner Sinn
Nach dem ganzen “Geschwafel” folgt nun die ernüchternde Zusammenfassung der zu beachtenden Punkte beim Vorbereiten des Umstiegs auf GNU/Linux.

  • Informiere dich zunächst über die Alternativen zu Windows.
  • Bleibe noch eine Weile bei Windows und arbeite mit Software, die es auch für Linux gibt.
  • Bereite dich auf einen Parallelbetrieb vor.
  • Lagere deine Daten separat, so dass der Zugriff von verschieden Systemen aus möglich ist.
  • Sei lernwillig.

Es gibt sicher noch weitere Tipps, den Umstieg auf Linux erfolgreich vorzubereiten. Die hier genannten Vorschläge sind da nur eine handerlesene Auswahl. Da allerdings schon jetzt ein viel zu langer Beitrag enstand, setze ich lieber einen Punkt. Ich denke, das Wesentliche ist auch gesagt worden. Dennoch sind Ergänzungen in Form von Kommentaren gerne gesehen! *Wink mit dem Zaunpfahl*

Im nächsten Teil der Serie “Der Umstieg” werde ich auf die schwierige Frage eingehen, wie man sich im Vorfeld des Umstiegs für eine der vielen Linuxdistributionen entscheidet. Ich hoffe, das wird gelingen (ich befürchte, für diese Fragestellung bin ich linuxmäßig noch zu unerfahren, aber einen Versuch ist es dennoch Wert). Anschließend werde ich im dritten und letzten Teil eigene Erfahrungen früherer Umstiegsversuche als Negativbeispiel anführen und passend dazu einige wenige, aber wichtige Ratschläge geben, die einem helfen sollen, das hier Begonnene konsequent durchzuziehen.

Verdammt hoch zwei

Montag, den 14. Mai 2007

Manchmal erinnere ich mich, warum das hier “Der Einsteiger-Blog” heißt. Eben weil ich in manchen Sachen noch Einsteiger bin. Und damit manövriere ich mich in dumme Situationen. So auch eben. Ich habe eine Änderung an der /etc/X11/xinit/xinitrc gemacht. Diese Änderung war nicht gut und der X-Server ist nicht mehr gestartet. Also im Textmodus versucht das Ganze rückgängig zu machen. Zum Glück hat Kate automatisch eine Sicherheitskopie gemacht. Also das Original löschen und die Sicherheitskopie umbenennen. Das war der Plan. Das Original war auch schnell gelöscht. Doch leider auch die Sicherheitskopie. Man sollte die Befehle rm und mv nicht verwechseln! Und nu ging wieder nix. Und ich hatte kein Original mehr auf dem Rechner. Also schnell die Datei von dem anderen Rechner ins Netz gestellt, per wget runtergeladen und nu ist wieder alles gut.

Die Frage ist nur, ob sich an der Datei seit openSuSE 10.1 nichts mehr geändert hat. Weiß da wer was? Hat vielleicht jemand die entsprechende Datei aus openSuSE 10.2 für mich? Ich meine – es funktioniert. Aber man weiß ja nie. :)

Der erste Login

Samstag, den 25. März 2006

Nachdem ich mein System erfolgreich installiert hatte kann ich mich nun das erste Mal einloggen. Der Loginbildschirm erscheint mir auf den ersten Blick doch sehr windowslike. Ich muß Benutzername und Passwort des bei der Installation angegebenen Benutzers eingeben um mich an dem System anzumelden. Weiterhin kann ich mit dem Button “Sitzungsart” wählen mit welchem Desktopsystem ich (temporär?) arbeiten will.

Auch der eigentliche Desktop erinnert an Windows – unten eine Taskleiste mit so einer Art Schnellstartleiste und Systray-Icons. Also überschaue ich mal kurz die installierten Programme und daddel ne Runde SuperTux. Auf den ersten Blick schient die Bedienung des Systems recht komfortabel zu sein.

Um noch kurz das Erlebte nieder zu schreiben logge ich mich aus und wechsel noch mal kurz zu Windows, denn hier funktioniert ja die Internetverbindung. :)

Installation

Samstag, den 25. März 2006

Es ist halb zwei und weil ich nicht schlafen gehen will, habe ich mich entschlossen jetzt mein Linux zu installieren.

Ich lege also meine DVD ein und starte den Rechner neu. Aufpassen – es muss vom DVD-Laufwerk gebootet werden. Ich werde von einer kleinen Auswahl begrüsst. Nach der Änderung der Sprache (F2) auf Deutsch verstehe ich auch ein wenig mehr und ich wähle die Option Installation. Es geht also los.

Der erste Punkt Sprache in der Kategorie Vorbereitung wird automatisch übersprungen (weil ich vorhin schon die Sprache geändert habe?) und ich muß der Lizenz zustimmen, was ich natürlich gerne mache. Nach der automatischen Systemananalyse folgt die Auswahl der Zeitzone – ist alles OK – ich bin in Deutschland. Also wird auch der Dialog per Weiter verlassen. Als nächstes muß ich wählen, mit welchem Desktop ich lieber arbeiten möchte – ich wähle KDE, da der Begriff mir schon des Öfteren zu Ohren gekommen ist. Als Auswahl standen noch GNOME und unter “andere” zum Beispiel X-Window zur Verfügung.
Nun folgen die Dialoge der Kategorie Installation. Im ersten Dialog – der Zusammenfassung – wird eben genau dies getan. Man bekommt noch einmal die Übersicht über das, was denn nun im nächsten Schritt installiert werden soll. Die jeweiligen Einstellungen können noch geändert werden, was in meinem Fall nicht von Nöten war. Die einzelnen Punkte waren:

  • Partionierung: Wieviel Platz soll Linux in Anspruch nehmen
  • Software-Auswahl: Die zu installierenden Pakete
  • Sprache

An den Softwarepaketen habe ich wie gesagt nichts geändert. So wurden das Grafische Grundsystem, die KDE Desktopumgebung und die Hilfe- und Supportdokumentation installiert. Im nächsten Schritt findet die eigentliche Installation statt, die hier nicht weiter besprochen werden muss. :) Einfach in Ruhe die Bilderchen angucken. Vorher muß man gegebenenfalls noch einzelnen Lizenzen zustimmen. Bei mir war es der Flashplayer, der eine Zustimmung wollte. Dieser Schritt dauert bei mir etwa 15 Minuten und wird mit einem Neustart beendet.

Nach dem Neustart habe ich wieder die Wahl, wie ich sie zum Anfang hatte. In dem Glauben, bei der Installation zu sein wähle ich auch wieder diesen Menüpunkt. Dies erwies sich jedoch als falsch, denn die Installation wurde wieder von vorne gestartet. Also wird das Ganze abgebrochen und die Option “Von Fetsplatte booten” gewählt. Danach folgt der Bootlader, aus dem ich den Punkt Linux wähle (ich will ja Windows starten :) ). Hier bin ich richtig, denn ich kann mit der Installation weiter machen.

Es folgt eine erste Konfiguration des Systemes. Als erstes wird nach dem Passwort des Root-Users gefragt. Der Root ist in einem Linux-Sytem so etwas wie der Gott, also sollte man ein sicheres Passwort wählen und sich dieses gut merken. Im nächsten Punkt folgen Einstellungen zum Netzwerkzugang. Ich belasse alles so, wie es ist, scheitere aber beim nächsten Punkt, dem Test der Internetverbindung. Also überspringe ich sowohl die Konfiguration als auch den Internettest, wodurch auch das Internetupdate nicht stattfindet. Weiter geht es mit dem Anlegen eines neuen Benutzers. Man sollte darauf achten den Haken bei “Automatisch einloggen” raus zu machen. Hinter dem Button “Benutzerverwaltung” kann man mehr als einen Benutzer anlegen. Ich belasse es jedoch bei dem einem. Als nächstes wird automatisch aufgeräumt und es folgt ein Hinweis zu der verwendeten Version. Als vorletzter Punkt erscheint eine Übersicht der gefundenen Hardware. Da alles zu stimmen scheint ändere ich hier nichts und es wird gespeichert.

Nach etwa 40 Minuten ist die Installation zu Ende und ich bin erstaunt, das es doch so schnell ging.